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Reflektionen von UWC Adriatic 2018 Graduate Lucia

"Ich weiss noch genau, wie ich an meinem ersten Tag in Duino auf dem Balkon gesessen bin, aufs Meer geschaut habe und mich fragte, was diese 2 Jahre wohl mit sich bringen werden. Neben mir sass Scarlet aus Hongkong, meine erste Freundin dort, die ich erst vor ein paar Stunden auf dem Gang getroffen hatte. Und ich weiss auch noch sehr genau, wie ich vor einigen Wochen mein UWC Diplom überreicht bekam und es mir erst dann richtig bewusst wurde, dass diese 2 Jahre nun vorbei sind.

 

Was von diesen zwei Jahren bleibt, sind die besten Freunde, die ich je hatte, unzählige Erinnerungen an Erlebnisse, Orte und Personen und eine veränderte Sichtweise. Denn UWC hat mich ganz klar verändert. Und gerade dies war auch eine der grössten Herausforderungen, denn es war nicht immer einfach, mit mir selbst konfrontiert zu werden und zu realisieren, dass ich noch einiges zu lernen hatte.

 

UWC war für mich eine einmalige Gelegenheit, mich weiterzuentwickeln und mit so vielen verschiedenen Sichtweisen in Kontakt zu sein. Täglich war ich von Personen umgeben, die mich inspirierten und ermutigten, aus meiner Komfortzone herauszutreten um für das einzustehen, was mir wichtig ist.

 

Da ist zum Beispiel meine Roommate im zweiten Jahr, Juana aus Kolumbien, die immer einen Grund findet zu lachen und die Welt positiv zu sehen, auch wenn es in ihrem Leben gerade eigentlich nicht so viele Gründe dazu gäbe. Da sind Bashir aus Ägypten, der eine der eindrücklichsten Lebensgeschichten hat, die ich je gehört habe, da er als Kind alleine fliehen musste und sich seit dem alleine durchschlägt, Dominique aus Costa Rica, Sara aus dem Libanon und Mustafa aus Syrien. Sie alle hatten einen sehr grossen Einfluss auf mich und unsere langen und intensiven Diskussionen haben mir oft eine neue Perspektive eröffnet. Da sind Maddy aus Grossbritannien und Hannah aus Deutschland, die meine Liebe zur Natur teilen und mit denen zusammen ich mich im Sustainability Council für weniger Plastik, mehr vegetarische Gerichte und mehr Recycling eingesetzt habe.

Und neben meinen engsten Freunden gibt es noch eine lange Liste von Leuten, mit denen ich viel geteilt und erlebt habe und die ich für immer in Erinnerung behalten werde. Denn was UWC für mich so speziell macht, sind vor allem die Menschen, die von ihrem Heimatland in ein neues kommen, ihre Träume und Ziele verfolgen, die Gemeinschaft ein Stück weit verändern, ihren Horizont erweitern aber vor allem auch zu engen Freunden werden.

 

Ich habe oft darüber nachgedacht, ob UWC so war, wie ich mir es vorgestellt hatte. Es wäre wohle gelogen, JA zu antworten. Oftmals war ich frustriert, dass unser Einfluss, im Social Service z.B. nur bedingt war und manche Sachen, wie zum Beispiel Nachhaltigkeit an der Schule nur sehr schwer geändert werden konnten. Doch habe ich auch gelernt, dass eine Veränderung oft mit kleinen Schritten beginnt und es oft auf Eigeninitiative ankommt.

 

Neben den vielen Projekten und Herausforderungen haben aber auch der Spass und neue Erlebnisse nie gefehlt. Reisen nach Venedig, Florenz, Padua, Verona und Ljubljana haben mir die Möglichkeit gegeben, die italienische und slowenische Kultur näher kennenzulernen. Wanderungen in der Umgebung und Nachmittage am Meer haben mir geholfen meinen Kopf freizubekommen und der Natur nahe zu sein. Den Meerblick aus meinem Fenster und die wunderschönen Sonnenuntergänge werde ich sicher sehr vermissen.

 

Insgesamt waren die 2 Jahre am UWC eine einzigartige Möglichkeit für mich Menschen und Kulturen kennenzulernen, Freundschaften zu schliessen und mich weiterzuentwickeln. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken, bei all denen die mir das ermöglicht haben und mich dabei unterstützt haben."

 

Lucia Letsch, UWC Adriatic College Alumna, Generation 2016 - 2018